Bauchspeicheldrüsenkrebs
Bauchspeicheldrüsenkrebs wird auch als Pankreaskarzinom bezeichnet (Pankreas ist der Fachausdruck für die Bauchspeicheldrüse).
Erbliche Faktoren sowie Lebensstil-Faktoren (wie zum Beispiel Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht) können bei der Entstehung eine Rolle spielen.
In Österreich erhalten jedes Jahr rund 1.900 Personen die Diagnose Bauspeicheldrüsenkrebs. Das Risiko einer Erkrankung nimmt mit dem Alter zu. Am häufigsten erkranken Menschen über 70 Jahre daran. Männer und Frauen sind in etwa gleich häufig betroffen. In den meisten Fällen verursacht Bauchspeicheldrüsenkrebs erst spät Beschwerden. Daher wird er oft erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium erkannt.
Welche Ursachen hat Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Krebs geht von krankhaften Veränderungen im Erbgut einer Zelle aus. Die genauen Ursachen von Bauchspeicheldrüsenkrebs sind weitgehend unklar. Fachleute vermuten, dass bei der Entstehung verschiedene Faktoren zusammenwirken.

Welche Risikofaktoren gibt es?
Folgende Faktoren – sie betreffen Lebensumstände und Vorerkrankungen – können das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöhen:
- Höheres Lebensalter
- Rauchen
- Hoher Alkoholkonsum
- Adipositas
- Chronische Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
- Familiäre Belastung: Eltern, Kinder oder Geschwister einer an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten Person haben auch ein erhöhtes Risiko für dieselbe Krebsart.
- Genetische Veranlagung: Selten kann eine Veränderung in bestimmten Genen zu Bauchspeicheldrüsenkrebs führen. Beispielsweise veränderte BRCA 1 und 2 Gene. Betroffene Personen haben auch ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs– oder Eierstockkrebs. Wenn eine solche Veränderung vorliegt, kann dies bei der Therapie berücksichtigt werden.
Auch Menschen, die gesund leben und keine dieser Faktoren aufweisen, können an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken. Das persönliche Risiko kann aber durch einen gesunden Lebensstil gesenkt werden.
Welche Symptome können bei Bauchspeicheldrüsenkrebs auftreten?
Bauchspeicheldrüsenkrebs verursacht oft lange Zeit keine oder nur sehr allgemeine Symptome. Diese können auch auf andere Erkrankungen hindeuten. Bei den meisten Betroffenen verursacht der Krebs erst dann Symptome, wenn die Erkrankung schon weit fortgeschritten ist.
Folgende Beschwerden können auf Bauchspeicheldrüsenkrebs hindeuten:
- Schmerzen im Rücken oder Oberbauch: Die Schmerzen können auch vom Oberbauch in den Rücken ausstrahlen. Sie können kommen und vergehen. Manchmal werden die Schmerzen beim Liegen auf dem Rücken oder beim Essen stärker.
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Appetitlosigkeit
- Die betroffene Person fühlt sich ständig müde, schwach und wenig belastbar.
- Durchfall oder Fettstühle: Der Stuhl ist oft übelriechend, kann heller als gewöhnlich aussehen, glänzend, schmierig oder klebrig sein.
- Gelbsucht: Haut und Augäpfel der betroffenen Person sind gelb gefärbt.
- Juckreiz
- Neu aufgetretener Diabetes mellitus oder ein bereits bestehender verschlechtert sich.
- Aszites: Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Wasseransammlungen im Bauchraum kommen.
- Thrombosen: Durch eine gestörte Blutgerinnung kann es zu Blutgerinnseln in den Gefäßen kommen.
UNTERSUCHUNGEN
Bei Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs werden zur Klärung verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Dabei wird festgestellt, ob es sich um eine gut- oder bösartige Veränderung handelt, welche Tumorart vorliegt (Histologie), wo der Tumor liegt und wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist (Stadieneinteilung). Welche der in Folge genannten Untersuchungen genau durchgeführt werden müssen, entscheidet der behandelnde Arzt/Ärztin im Einzelfall. Erst nach Vorliegen aller notwendigen Untersuchungsergebnisse kann der Arzt/Ärztin gemeinsam mit dem PatientInnen entscheiden, welche Behandlungsmöglichkeiten in Frage kommen.
- Anamnese und körperliche Untersuchung: : Zu Beginn des Diagnoseverfahrens wird sich der Arzt/Ärztin im Gespräch ein Bild über die Krankengeschichte der PatientInnen zu aktuellen Beschwerden, früheren Erkrankungen und möglichen Risikofaktoren machen. Im Anschluss wird eine gründliche körperliche Untersuchung durchgeführt.
- Bildgebende Diagnostik: Zu den bildgebenden (radiologischen) Diagnoseverfahren zählen:
- die Ultraschalluntersuchung,
- die Computertomographie,
- die Magnetresonanztomographie,
- die Positronen-Emissions-Tomographie/Computertomographie und
- die Endosonographie (endoskopische Ultraschalluntersuchung), welche von spezialisierten Internisten (Gastroenterologen) durchgeführt wird.

Wie erfolgt die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Fachleute empfehlen, dass sich die PatientIn in einem Spezialzentrum behandeln lässt. Dort arbeiten speziell geschulte Fachleute aus unterschiedlichen Fachrichtungen eng zusammen, z.B. Onkologie, Gastroenterologie, Chirurgie, Radiologie, Physiotherapie oder Psychoonkologie. Diese erarbeiten gemeinsam mit PatientInnen einen persönlichen Behandlungsplan. Je nachdem wie weit der Krebs fortgeschritten ist, stehen dabei unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem eine Operation und medikamentöse Therapien.
Operation
Eine Operation stellt derzeit die einzige Möglichkeit dar, dass die betroffene Person geheilt werden kann. Allerding kommt nur bei etwa einer von fünf betroffenen Personen eine Operation infrage. Gegen eine Operation kann u.a. ein schlechter gesundheitlicher Zustand der betroffenen Person oder ein sehr fortgeschrittener Krebs sprechen. Die Ärztin oder der Arzt spricht mit der betroffenen Person über die verschiedenen Faktoren, die für oder gegen eine Operation sprechen. Dabei spielt auch die Resektabilität – die Entfernbarkeit des Tumors – eine Rolle. Gemeinsam werden die Vor- und Nachteile einer Operation abgewogen.

Medikamente gegen den Krebs
- Chemotherapie: Das Ziel ist, vorhandene Krebszellen zu vernichten. Nach der Operation wird diese Behandlung als adjuvante Chemotherapie bezeichnet. Das Ziel dieser Therapie ist, dass der Krebs nicht weiterwächst oder wiederkommt. In bestimmten Fällen wird schon vor der Operation eine Chemotherapie geraten. Fachleute bezeichnen diese als neoadjuvante Chemotherapie. Ihr Ziel ist, den Krebs so zu verkleinern, dass er danach besser operiert werden kann. In manchen Fällen erhöht sich dadurch die Chance, dass der Krebs bei der nachfolgenden Operation vollständig entfernt werden kann.
- Zielgerichtete Therapie: In einzelnen Fällen empfiehlt die Ärztin oder der Arzt eine zielgerichtete Therapie. Diese kann gemeinsam mit einer Chemotherapie verabreicht werden und deren Wirksamkeit unterstützen.
- Strahlentherapie: Eine Strahlentherapie wird nur in bestimmten Einzelfällen empfohlen. Beispielsweise, um den Tumor vor der Operation zu verkleinern, oder um das Wachstum des Tumors zu verlangsamen und so die Lebenszeit zu verlängern.
REFERENZEN:
Palma Pelaj (2022): Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom). Hg. Journal Onkologie
Bauchspeicheldrüsenkrebs – Österreichische Krebshilfe
Bauchspeicheldrüsenkrebs – Symptome, Diagnose, Therapie | Gesundheitsportal
Pankreaskarzinom | MedUni Wien
SERVICEANGEBOTE UND WEITERFÜHRENDE INFORMATION
Selbsthilfegruppe Pankreaskarzinom: https://www.selbsthilfe-pankreaskarzinom.at/
Cancer School CCC Vienna: Diagnose Krebs? Die cancer School vermittelt Wissen
Cancer School CCC Vienna | MedUni Wien
selpers.com – Plattform für Patient:innen und Angehörige