Gallengangskarzinom
Das cholangiozelluläre Karzinom (Gallengangskarzinom/krebs) ist eine bösartige Erkrankung, die von den Gallengangszellen ausgeht. Die Neuerkrankungsrate in westlichen Ländern liegt bei etwa 2/100.000 Personen pro Jahr. Es kann die Gallengänge innerhalb der Leber (intrahepatisch) aber auch außerhalb der Leber (extrahepatisch) betreffen. Der Klatskin-Tumor stellt eine Sonderform der extrahepatischen Gallengangskarzinome dar und betrifft die Aufzweigung des rechten und linken Gallengangs der Leber. Führt der Tumor zu einer Gallenabflussstörung, so kann es zu einer Gelbsucht (Ikterus), einer Entfärbung des Stuhls, einer dunkleren Harnfarbe sowie zu Juckreiz kommen.

Wie entsteht ein Gallengangskarzinom?
Normalerweise werden geschädigte Zellen vom Immunsystem erkannt und abgebaut. Durch eine chronische Entzündung entstehen Schäden an unseren Zellen und durch diese kommt es zur Entwicklung von Krebs.
Entartete Tumorzellen haben diese Fähigkeit verloren, sie wachsen stattdessen kontinuierlich weiter und so entsteht Krebs.
Welche Faktoren erhöhen das Risiko für die Entstehung eines Gallengangskarzinoms?
Auf der einen Seite erhöhen chronische Entzündungen das Risiko für die Entstehung eines Gallengangskarzinoms. Darunter fallen zum Beispiel Patienten mit einer primär sklerosierende Cholangitis, es kann manchmal auch mit einer Colitis ulcerosa vergesellschaftet seien. Diese Patienten haben ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Gallengangskarzinoms und sollten zu den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen bei einem Facharzt/einer Fachärztin für Innere Medizin gehen.
Des Weiteren können auch chronische Leberentzündungen wie eine Virusinfektion mit Hepatitis B oder C zu einem Gallengangskarzinom führen. Auch eine Leberzirrhose kann die Grundlage für die Entstehung eines Gallengangskarzinoms sein. Des Weiteren können auch chronische Leberentzündungen, ausgelöst durch Hepatitis B oder C, oder eine Leberzirrhose die Grundlage für die Entstehung eines Gallengangskarzinoms sein.
Welche Risikofaktoren kann man selbst beeinflussen?
Manche Risikofaktoren können minimiert werden, wie zum Beispiel durch regelmäßige Bewegung oder Sport und gesunde Ernährung, die das Immunsystem und somit unseren Körper gegen Krebs unterstützen.
Viel Bewegung, gesunde Ernährung und Sport können Tumorerkrankungen verhindern und unser Immunsystem und unseren Körper gegen den Krebs unterstützen.

Welche Symptome können auftreten?
Insbesondere intrahepatische Gallengangskarzinome bleiben oft lange symptomlos, die folgenden Symptome treten häufig erst bei lokal fortgeschrittenen Tumoren und/oder metastasierten Karzinomen auf:
- Cholangitis (Gallengangsentzündung)
- Erbrechen, Übelkeit, Appetitlosikeit
- Oberbauchschmerzen, häufig rechtsseitig
- Tastbare Raumforderung im rechten Oberbauch mit Ikterus, (Gelbsucht) („Courvoisier Zeichen“)
- Asthenie (Schwäche/Kraftlosigkeit), Fatigue (Müdigkeit/Erschöpfung)
- Aszites (Flüssigkeit in der Bauchhöhle)
Extrahepatische Gallengangskarzinome verursachen frühzeitig eine Galleabflussstörung, hier führt häufig ein schmerzloser Ikterus zur Diagnosestellung.

An welche Ärztin/welchen Arzt sollte man sich bei Symptomen wenden und was erwartet den Patienten/ die Patientin beim ersten Arztbesuch?
Als erste Anlaufstelle dient der Hausarzt/die Hausärztin. Allerdings können die Leberwerte unauffällig sein, Sodass zur Durchführung einer Ultraschalluntersuchung geraten wird. Diese kann entweder von einem Radiologen oder einem Facharzt/einer Fachärztin für Innere Medizin durchgeführt werden, aber am besten wendet man sich an einen an einen Facharzt/eine Fachärztin.
Untersuchungen & Diagnostik
Warum ist eine frühzeitige Untersuchung und Therapie bei einem Gallengangskarzinom entscheidend und was sind die ersten Schritte?
Je früher man ein Gallengangskarzinom entdecken kann, desto höher ist die Chance, dass dem Patienten eine Operation angeboten werden kann, denn diese kann zur Heilung führen. Bei positiven Ultraschallergebnis, das heißt, dass eine Auffälligkeit entdeckt wurde, folgt meistens eine CT-Untersuchung. Des Weiteren kann zu genauerer Diagnose eine Magenresonsanztromographie (MRT), Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP) und der endoskopische Ultraschall (EUS) mit Feinnadelpunktion durchgeführt werden. Im interdisziplinären Tumorboard (Expertenrunde, in der Ärzte/Ärztinnen verschiedener Fachrichtungen gemeinsam den besten Behandlungsplan für Krebspatienten erstellen) wird über die jeweilige für die Patientin bzw. den Patienten erfolgversprechendste Therapie entschieden.
Soll man die Ärztin/den Arzt um weitere Untersuchungen bitten? Welche Untersuchungen sind noch möglich?
Wenn eine medikamentöse Therapie in Frage kommt, wird eine molekularbiologische Untersuchung gemacht.
- Ob eine medikamentöse Therapie durchgeführt werden kann, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: Eventuelle Begleiterkrankungen und der allgemeine Gesundheitszustand haben Einfluss auf die Therapieentscheidung.
- Tumorart: Nur ein Teil der Gallengangskarzinome weist Mutationen in den Genen auf, die auf bestimmte Medikamente ansprechen.
- Mutationen der Krebszellen: Je nach betroffenen Genen können verschiedene Therapien eingesetzt werden.
- Krankheitsstadium: Vor allem bei PatientInnen im fortgeschrittenen Krankheitsstadium, bei denen eine Operation nicht zielführend ist.
Ob eine medikamentöse Therapie und damit verbunden eine molekularbiologische Untersuchung in Frage kommt, wird daher mit der Ärztin/dem Arzt besprochen. In fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung wird eine molekularbiologische Untersuchung in der Regel standardmäßig durchgeführt.
Behandlung eines Gallengangskarzinoms:
Die Behandlungsmöglichkeiten lassen sich in zwei Gruppen einteilen:
- Lokale Therapie: Die Therapie wirkt direkt dort, wo der Tumor im Körper entsteht.
- Systemische Therapie: Der Tumor wird durch eine medikamentöse Therapie (zum Beispiel eine Chemotherapie) im Wachstum gehemmt oder zerstört.
- Lokale Therapieverfahren
- Chirurgische Therapie:
- Der Tumor wird operativ entfernt
- Es werden die erkrankten Gallengänge mit dem umliegenden Lebergewebe und falls nötig weiteren Organteilen entfernt
- Photodynamische Reaktion:
- Über eine Sonde wird der Tumor mit einem besonderen Licht bestrahlt
- Eine Reaktion in den bösartigen Zellen führt zum Zerfall der lichtempfindlichen Tumorzellen
- Radiofrequenzablation:
- Der Tumor wird über eine Sonde stark erhitzt
- Durch die Hitze zerfallen die Tumorzellen
- Chirurgische Therapie:
- Systemische Therapieverfahren
- Chemotherapie:
- Hemmt die Zellteilung und somit das Wachstum des TumorsWird in Form von Infusionen oder Tabletten verabreicht
- Immuntherapie:
- Das eigene Immunsystem wird dazu befähigt, den bösartigen Tumor anzugreifen
- Zielgerichtete Therapie:
- Diese Medikamente greifen gezielt in das Tumorwachstum ein
- Chemotherapie:
REFERENZEN:
Biliäre Karzinome — Onkopedia
Cholangiozelluläres Karzinom (Gallengangskarzinom), Klatskintumor | MedUni Wien
Gallengangskrebs verstehen – alle Fragen – selpers
Behandlung von Gallengangskrebs – selpers
Spezialuntersuchungen bei Gallengangskrebs – selpers
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