Das Gehirn wird von „Stützzellen“, so genannten Gliazellen, stabilisiert und versorgt. Wenn sich diese Gliazellen bösartig verändern, kann ein Gliom entstehen.

Es gibt verschiedene Arten von Gliomen, die je nach Ursprungsgewebe und betroffenen Gliazellen unterschiedliche Bezeichnungen/Eigenschaften haben:

  • Glioblastom: Die häufigste und aggressivste Form, die schnell wächst und keine Mutation im IDH-Gen zeigt
  • Astrozytom: Entsteht aus Astrozyten und zeigt immer eine IDH-Mutation. Astrozytome können sehr unterschiedlich verlaufen: Manche wachsen langsam und bleiben lange stabil, andere entwickeln sich rascher und aggressiver
  • Oligodendrogliom: Entsteht aus Oligodendrozyten und zeigt immer eine IDH-Mutation sowie einer weiteren genetischen Besonderheit (den Verlust der Chromosomenbestandteile 1p und 19q). Auch diese Tumoren wachsen meist langsamer
  • Ependymom: Ein Ependymom entsteht aus Ependymzellen, die die Hohlräume im Gehirn und den Rückenmarkskanal auskleiden, durch die das Nervenwasser (Liquor) fließt. Diese Tumoren können sowohl im Gehirn als auch im Rückenmark auftreten

Gliome werden anhand ihrer biologischen Aktivität in vier Grade eingeteilt. Niedriggradige Gliome (Grad I und II) wachsen sehr langsam und führen oft erst nach langer Zeit zu Symptomen, während höhergradige Gliome (Grad III und IV) schneller wachsen und früher Beschwerden verursachen können.

Das IDH-Gen ist ein wichtiger Faktor bei der Betrachtung von Gliomen. Eine Veränderung im IDH-Gen („IDH-mutiert“) kann Hinweise auf einen günstigeren Krankheitsverlauf geben. Glioblastome zeigen diese Veränderung nicht, während andere Gliome wie Astrozytome und Oligodendrogliome diese Mutation aufweisen.