Diagnose

Vorsorge und Früherkennung

Die gute Nachricht: Rechtzeitig erkannt, ist Darmkrebs heilbar. Daher sind die wichtigsten Mittel gegen eine Darmkrebserkrankung Vorsorge und Früherkennung mit dem Ziel, Polypen (die Krebs-Vorstufe) frühzeitig zu erkennen, bevor daraus Krebs entstehen kann.

Was viele nicht wissen: Alle gesetzlich Krankenversicherten haben ab dem 50. Lebensjahr Anspruch auf eine regelmäßige Vorsorge-Untersuchung, die meist ein Hausarzt, Gynäkologe oder Urologe im Rahmen des Krebsfrüherkennungsprogramms durchführt. Für eine Darmspiegelung (Koloskopie) ist es hingegen wichtig, dass man sich an einen erfahrenen Magen-Darm-Spezialisten (Gastroenterologen) wendet.

 

In Österreich übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der kostenlosen Vorsorgeuntersuchung einmal pro Jahr die Durchführung eines Tests auf verstecktes Blut im Stuhl (chemischer Okkultbluttest) sowie eine Rektaluntersuchung.
Diese beiden Untersuchungen sind beim Hausarzt möglich. (6)

Dem Okkultbluttest deutlich überlegen sind sogenannte Immuntests. Diese Tests spüren selbst kleinste Erbgutteile eines Tumors im Blut auf und damit schon Darmkrebsvorstufen im Anfangsstadium. Die Kosten für diesen Test übernehmen allerdings nicht alle Krankenkassen.

(Spätestens) ab dem 50. Lebensjahr bezahlen die Kassen regelmäßig alle 5 Jahre die Durchführung einer Vorsorge-Darmspiegelung (Koloskopie). (6)

Untersuchungsmethoden

Rektale Untersuchung

 Ein großer Teil der Darmkrebstumore sitzt im Enddarm. Mit dem Ertasten des Enddarmbereiches nach Knötchen kann der Arzt Enddarmtumore entdecken.

Okkultbluttest

Krebsgeschwüre haben empfindliche Blutgefäße, die beim Stuhlgang leicht verletzt werden können. Mit dem bloßen Auge nicht sichtbares (okkultes) Blut kann daher ein Hinweis auf Darmkrebs sein. Mit einem speziellen Teststreifen kann der Arzt solch verstecktes Blut im Stuhl nachweisen. Der Nachweis bedeutet jedoch nicht unbedingt Darmkrebs. Häufig liegen andere Ursachen wie zum Beispiel Hämorrhoiden oder Darmentzündungen vor, die der weiteren Abklärung beim Arzt bedürfen.

– Darmspiegelung (Koloskopie)

Diese Art der Früherkennung umfasst eine genaue und vollständige Untersuchung des gesamten Dickdarms, wobei sogar sehr frühe Vorstadien (Polypen) festgestellt und entfernt werden können. Bei einer Darmspiegelung führt der Arzt einen biegsamen Schlauch (Koloskop) durch den After in den Darm ein. Am Ende des Schlauches befindet sich eine Miniatur-Kamera. Der Arzt kann so über einen Bildschirm das Darminnere sehen. Entdeckt er dort verdächtige Wucherungen, kann er mit einer Drahtschlaufe, die zusammen mit dem Schlauch eingeführt wird, sofort Gewebeproben (Biopsien) entnehmen und manchmal auch die gesamte Wucherung entfernen. Durch Untersuchung der Proben kann er feststellen, ob es sich um Krebs handelt. Die Koloskopie kann ambulant durchgeführt werden und ist eine sichere Möglichkeit der Diagnose.

Bildgebende Verfahren

Zu den bildgebenden Verfahren zählen Ultraschall (Sonographie), Röntgen, Computertomographie (CT), Magnetresonanz-Tomographie (MRT, auch Kernspintomographie) sowie Positronenemissionstomographie (PET). Welches Verfahren bei welchem Patienten zum Einsatz kommen sollte, entscheidet der behandelnde Arzt.

Bei einer Ultraschalluntersuchung werden die untersuchten Organe sofort auf einem Bildschirm dargestellt. Anhand dieses Bildes erhält der Arzt Informationen über Größe, Form und Struktur des untersuchten Gewebes.
Mit Röntgenstrahlen arbeiten die Röntgenuntersuchung und die Computertomographie (CT), eine Weiterentwicklung der Röntgenuntersuchung. Bei beiden Verfahren kann der Arzt Wucherungen an Organen erkennen. Bei der Computertomographie  wird der Körper in einzelnen Schichten dargestellt, so erhält der Arzt eine noch umfassendere Ansicht über die Lage und Ausbreitung des Tumors.

Eine weitere Möglichkeit, den Körper in Schichten darzustellen, ist die Magnetresonanz-Tomographie (MRT). Hierbei werden jedoch keine Röntgenstrahlen, sondern Magnetfelder verwendet. Die dabei gewonnenen Abbildungen der untersuchten Organe und Gewebe sind noch genauer, der Arzt kann auf ihnen auch kleinste Einzelheiten deutlich erkennen. 


Beim bildgebenden Verfahren PET (Positronenemissionstomographie) wird radioaktiv markierter Zucker gespritzt, der von Krebszellen aufgenommen wird. Der markierte Zucker reichert sich im Tumor an und wird bei der Bildgebung sichtbar.
Tumormarker

Tumormarker sind spezielle Eiweißstoffe, die manche Tumoren ins Blut abgeben. Manchmal bildet der Körper selbst auch diese Eiweißstoffe als Reaktion auf den Krebs. Bei einer Laboruntersuchung des Blutes lassen sich diese Tumormarker im Blut bestimmen und der Arzt kann den Verlauf der Erkrankung, aber auch den Therapieerfolg kontrollieren.